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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das andere Byzanz - Pavlos Tzermias



Kretamum
11.12.2010, 15:23
Ein besonders interessant erscheinendes Buch ist seit ein paar Tagen in meiner Bibliothek zu finden:

"Das andere Byzanz"
von Pavlos Tzermias
ISBN 3-7278-0766-0

Am Cover steht zu lesen:


Noch 1869 erblickte der Historiker William Lecky in Byzanz die "niedrigste und verächtlichste Form der Kultur". Lecky's These spiegelte den Zeitgeist im 19. Jahrhundert wider. Die ans ich naheliegende Möglichkeit, Byzanz als einen Treffpunkt von Christentum und Griechentum zu deuten, wurde von vielen Gelehrten nicht ergriffen. Selbst die Mediävistik verzichtete damals vielfach auf Byzanz und konzentrierte sich vor allem auf Mittel- und Westeuropa. Später kam es zwar zu einer weitgehenden Berichtigung dieses Bildes vom "finsteren Byzantinismus". Doch das Pauschalurteil vom "dekadenten" Byzanz ist nicht gänzlich ausgeräumt.

Im vorliegenden Buch zeichnet der renommierte Byzantinist und Neogräzist Pavlos Tzermias das andere Byzanz. Ohne die Schattenseiten des Byzantinischen Kaiserreiches zu verschweigen, beleuchtet er auf Grund langjähriger Vorarbeiten bestimmte Aspekte des vielfältigen Phänomens Byzanz, die zeigen, auf welche entscheidende Weise Konstantinopel zur Formung Europas beigetragen hat. Hierher gehören etwa der Einstrom östlicher Kirchenhymnik in den Westen, die Rezeption des justinianischen Rechtes, der Wettstreit mit dem Islam und die Christianisierung der Slawen. In gewissem Sinne ist Europa noch immer im Werden. Es ist daher von eminenter Bedeutung, uns der Leistung hervorragender Byzantiner bewußt zu werden, die sich, wie zB Kardinal Bessarion, für die Einheit unseres Kontinentes eingesetzt haben.